Tag Archive for: AGB

Vertragsrecht

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Täglich wird eine Vielzahl von Verträgen geschlossen. Dies kann mündlich oder schriftlich geschehen, durch Aushandlung oder auch unter Zuhilfenahme von Formularen und AGBs. Oftmals wird hierbei auf einen Mustervertrag zurückgegriffen, wobei unerwünschte Passagen einfach gestrichen werden. Dies kann allerdings zu Widersprüchen führen und den Vertrag im Extremfall sinnlos machen. Viele Konflikte können somit vermieden werden, wenn bereits im Vorfeld qualifizierter Rechtsrat aufgesucht wird.

Die Kanzlei Maas und Kollegen berät Sie hierzu gerne und übernimmt auf Wunsch die Gestaltung und Verhandlung von Verträgen jeglicher Art, sei es durch Aushandeln oder Erstellen von Individual-Verträgen, als auch bei Formularverträgen bzw. Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Gestaltung von Verträgen

Sofern sich die Vertragsparteien einig sind, ist der Rückgriff auf einen Vertrag nicht nötig. Probleme ergeben sich aber dann, wenn es Streitigkeiten zwischen den Parteien gibt. Hier ist es entscheidend, einen guten Vertrag zur Hand zu haben, der u.U. sogar bereits den streitigen Punkt geregelt hat.
Die Kanzlei Maas und Kollegen hilft Ihnen, die für Sie optimale Vereinbarung auszuhandeln und bereits vor Vertragsschluss alle möglichen Konsequenzen aufzuzeigen, um das für Sie bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

So beraten wir Sie u. a. gerne zu Gesellschafts- oder Arbeitsverträgen, Ehe- und Erbverträgen oder auch zu Testamenten.

Maas und Kollegen. Vertragsrecht

Wollen Sie einen Arbeitsvertrag schließen, so sind die Rechte und Pflichten des Arbeitgebers und Arbeitnehmers erstmalig festzulegen. Es darf aber nicht außer Betracht bleiben, dass sich ein Arbeitsverhältnis ändern kann und ggf. Flexibilität notwendig ist. Wie genau ein solcher Vertrag unter Beachtung aller Einzelheiten, wie z.B.: Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträgen, zu schließen ist, ist Aufgabe der Vertragsgestaltung.
Im unternehmerischen Bereich stehen wir Ihnen zur Seite, wenn es um die sinnvolle Strukturierung von Firmen und Gesellschaften geht. Unser Hauptaugenmerk richtet sich auf die Erstellung eines schlüssigen Konzepts, das angepasst an Ihre individuellen Bedürfnisse und Ihr Geschäftsmodell die für Sie optimale Lösung bietet. Ein Unternehmen entwickelt sich. Deshalb muss das unternehmerische Konzept auch in gesellschaftsrechtlichen Fragen immer wieder einer Überprüfung unterzogen werden.

Der schnelllebige Markt und der zunehmende Wettbewerbsdruck sowie rechtliche Entwicklungen erfordern zunehmend eine zielgerichtete Anpassung der jeweiligen Verhältnisse. Hierbei helfen wir Ihnen, die gesellschafts-, arbeits-, wirtschafts- und steuerrechtlichen Bedingungen, sofern notwendig, miteinander in Einklang zu bringen.

Wir beraten Sie bei der Gestaltung entsprechender Verträge und Satzungen sowie bei der Einhaltung aller notwendigen Formalitäten, so dass der Grundstein eines erfolgreichen Vertragsverhältnisses bereits zu Beginn gelegt wird.

Maas und Kollegen. Vertragsrecht

Besonderes Augenmerk legen wir auf die Entwicklung vorausschauender Konzepte und Maßnahmen. So können wir Sie unterstützen, etwaige Chancen und Risiken bereits im Vorfeld zu erkennen und zu beeinflussen, bevor es oft nur noch wenige Lösungsmöglichkeiten gibt.

Egal um welchen Vertrag es sich handelt, wir unterstützen Sie gerne.

Die Kontrolle von Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs)

Allgemeine Geschäftsbedingungen oder AGB sind im Rechtsverkehr nicht wegzudenken. Kaum ein Unternehmen untermauert sein Angebot nicht mit „Kleingedrucktem“.
Vor diesem Hintergrund möchten wir Sie über folgende Punkte informieren:

• Einbeziehung der AGB in den Vertrag
• Besonderheiten bei Verbraucherverträgen
• Auslegung und Zulässigkeit von AGB
• Rechtsfolgen unwirksamer AGB
• Belehrungspflichten und AGB

Selbstverständlich können diese Ausführungen keine umfassende rechtliche Beratung ersetzen. Wir möchten an dieser Stelle nur auf die grundlegenden Regelungen hinweisen und Ihnen ein Gespür für sich daraus ergebende mögliche „Fallstricke“ vermitteln.

Einbeziehung von AGB in den Vertrag

Damit AGB wirksamer Bestandteil des Vertrages werden, müssen folgende Voraussetzungen beim Vertragsabschluss (hinterher ist es zu spät) erfüllt sein:

• ausdrücklicher oder jedenfalls deutlich sichtbarer Hinweis auf die AGB;
• Möglichkeit der individuellen Kenntnisnahme durch die andere Partei
• Einverständnis der anderen Partei mit der Geltung der AGB (das in der Regel durch die Durchführung des Vertrags erklärt wird);

Abweichende Sonderregelungen bestehen für Versicherungs- und Bausparbedingungen sowie für Kapitalanlagegesellschaften.

Besonderheiten bei Verbraucherverträgen

Unter dem Begriff des Verbrauchervertrages versteht man jeden Vertrag zwischen einem Unternehmer und einem Verbraucher. Verbraucher ist jeder, der den jeweiligen Vertrag aus privaten (nicht beruflichen) Gründen schließt.

Für Verbraucherverträge bestehen besonders strenge Kontrollen für AGB-Klauseln, die teilweise sogar solche Klauseln betreffen sollen, die nicht der Verwender selbst, sondern ein neutraler Dritter (Notar oder Verein) erarbeitet hat. Unter Umständen können bereits vorformulierte Textbausteine in einem Einzelvertrag zur Überprüfung nach den AGB-Regeln führen. Bei Verträgen von weitreichender Bedeutung sollte daher frühzeitig daran gedacht werden, ggf. Rechtsrat einzuholen.

Auslegung und Zulässigkeit von AGB

• Transparenzkontrolle
Durch Auslegung wird geprüft, wie die Klausel von einem durchschnittlichen Kunden der jeweiligen Branche verstanden werden durfte. Unklare Klauseln sind unwirksam.
• Kein Verstoß gegen zwingendes Recht
Im nächsten Schritt ist zu prüfen, ob die Klausel in der festgelegten, „klaren“ Fassung nicht gegen eine gesetzliche Regelung verstößt, von der nicht abgewichen werden darf.
• Inhaltskontrolle
Sonderregeln gelten hier zunächst für Klauseln, die die gesetzliche Regelung klarstellen (deklaratorische Klauseln) sowie Preis- und Leistungsklauseln.
• Besonders häufig bereiten Klauseln folgender Inhalte  Schwierigkeiten:
◦ Schadenspauschalierung
◦ Haftungsfreizeichnung
◦ Ausschluss von Kündigung u. Rücktritt
◦ Gewährleistungsausschluss
◦ Verjährungsregelungen
• Zu überprüfen sind die Klauseln auch in ihrem Verhältnis zu anderen Regelungen, wie z.B. den VOB/B im Bereich des privaten Baurechts.

Maas und Kollegen. Vertragsgestaltung

Rechtsfolgen unwirksamer AGB

• Sind einzelne Klauseln unwirksam, berührt das den Vertrag insgesamt meist nicht.
• An die Stelle unwirksamer Klauseln tritt die gesetzliche Regelung.
• Eine zu weit gefasste, unwirksame Klausel kann nicht etwa auf eine gerade noch zulässige Vereinbarung reduziert werden.
• Sind Klauseln unwirksam bzw. ist der Vertrag ausnahmsweise insgesamt nichtig, kommen auch Schadensersatzansprüche in Betracht.
• Um den Verbraucherschutz zu verstärken, können Verbände verstärkt und vereinfacht Unterlassungsklagen anstrengen (Kostenintensive Abmahnungen und deren gerichtliche Durchsetzung). Hierdurch soll vor allem die Beseitigung von solchen AGB erreicht werden, durch die Verbraucher unangemessen benachteiligt werden. Damit soll der verbreiteten Praxis entgegengewirkt werden, „harte“ AGB im Vertrauen darauf zu verwenden, dass die Vielzahl der Kunden vor dem Zeit- und Kostenrisiko eines Prozesses zurückschrecken und die Klausel akzeptieren werden.

Belehrungspflichten und AGB

Infolge der Ausdehnung des Verbraucherschutzes für Fernabsatzgeschäfte ist es u.U. ratsam, die AGB um die sich daraus ergebenden Belehrungspflichten zu erweitern. Bei Fernabsatzgeschäften (Vertragsschluss über Fernkommunikationsmittel) ist meist nicht zu erkennen, ob der Partner aus privaten oder geschäftlichen Motiven abschließt.
Dies stellt v.a. im Bereich von Online-Auftritten hohe Anforderungen, insbesondere dann, wenn Online-Bestellungen ermöglicht werden.

Unterstützung durch den Rechtsanwalt

AGB sind für viele Unternehmen unerlässlich. Änderungen der Rechtslage machen neben der Umgestaltung bestehender und der Entwicklung neuer AGB auch deren Anpassung an die sich nun entwickelnde Rechtsprechung erforderlich.
Leider wird der Anwalt oft erst konsultiert, wenn eine Situation zum Problem, zum „Fall“, geworden ist. Während regelmäßige Vorsorgechecks beim Arzt selbstverständlich sind, scheut man sich, „nur so“ mit dem Anwalt zu sprechen. Dabei kann mit regelmäßiger Beratung eine rechtlich optimale Position erreicht werden. Wir informieren Sie hierüber gerne unverbindlich genauer.

Maas und Kollegen. Vertragsrecht

Qualifizierte Beratung bei Vertragsgestaltung und –abwicklung hilft, Konfliktpotential von Anfang an zu umgehen. Die keineswegs unerschwingliche Beratung spart Zeit, Geld und Ärger. Auch kann ein Anwalt, der „seine“ Mandanten, ihr Geschäft und die Hintergründe ihrer Probleme kennt, regelmäßig effizienter beraten als einer, der auf Informationen angewiesen ist, die man ihm erst im Ernstfall nachträglich liefert.

Unsere Kanzlei ist auf die Beratung von Unternehmen ausgerichtet und bietet mit ihrer Kombination aus persönlichem Vertrauensanwalt und engagierten Spezialisten u.a. folgende Dienste:

• Gestaltung von Mustervorlagen
• Gründliche Schulung und Erläuterung
• Überprüfung der Art der Einbeziehung von AGB
• Überprüfung bestehender Verträge mit AGB

Forderungsmanagement | Inkassorecht

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Haben Sie Außenstände ? – Informationen zum richtigen Forderungsmanagement

Säumige Zahler können mittelständische Unternehmen schnell an den Rand des Ruins bringen. Doch wer ein paar wichtige Tipps im Umgang mit Außenständen beachtet, kann viel Ärger vermeiden. Unsere Kanzlei ist auf die Betreuung von Betrieben gerade in diesen Bereichen spezialisiert. Neben der klassischen Prozessvertretung und Zwangsvollstreckung beraten wir umfassend auch bereits im Vorfeld, wobei nicht nur rechtliche, sondern vor allem auch taktische und kaufmännische Aspekte berücksichtigt werden.

 

Was ist Forderungsmanagement?

  •  Gestaltung von Verträgen und Rechnungen
  • Vorsorgliche Prüfung der Bonität von Kunden
  • Überwachung der Zahlungen von Dauerkunden
  • Schriftliche und ggf. persönliche Mahnung
  • Langzeitüberwachung zeitweilig nicht eintreibbarer Forderungen
  • Kundenkontaktpflege, damit säumige Schuldner wieder zu guten Kunden werden
  • Schnelle und effektive Zwangsvollstreckung

Maas und Kollegen. Forderungsmanagement

Richtige Rechnungsstellung

Zahlungsverzug tritt nicht mehr erst durch Mahnung ein, sondern kann automatisch 30 Tage nach Zugang der Rechnung ausgelöst werden. Hierfür ist eine richtig gefasste Rechnung unerlässlich. Wenn Formalien bei der Rechnungsstellung beachtet werden, ist die Forderung zudem notfalls vor Gericht leichter durchzusetzen.

Wichtig ist auch der Zeitpunkt: Rechnungen, die kurz nach der Leistung gestellt werden, werden oft eher bezahlt. Dennoch kann es steuerrechtlich sinnvoll sein, etwas Zeit verstreichen zu lassen.

Belohnen Sie gute Kunden! Skonto motiviert vor allem dann, wenn der Nachlass auch in € konkret ausgewiesen ist (nicht nur in %). Auch wer mit Abbuchung (Lastschrift) einverstanden ist, sollte günstigere Preise bekommen.

Weisen Sie auf Verzugszinsen bei Säumnis hin. Gesetzlich stehen Ihnen 5-%-Punkte  über Basiszins zu, bei Forderungen gegenüber Unternehmern sogar von 8-%-Punkte. Da seit 01.01.13 erstmals ein negativer Basiszinssatz herrscht, beträgt der gesetzliche Verzugszins seit Anfang dieses Jahres gegenüber Verbrauchern  4,87 % und gegenüber Unternehmern 7,87 %. Gute Unterlagen sind ein Schlüssel zum effizienten und erfolgreichen Forderungsmanagement.

 

Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

Auch AGB helfen, Ärger mit säumigen Schuldnern zu verringern. Wenn die Lieferung per Nachnahme oder Vorauszahlung nicht möglich ist, ist ein Eigentumsvorbehalt sinnvoll, der jedoch sauber formuliert werden muss.

In AGB kann – abhängig von der jeweiligen Situation des Unternehmens – auch eine Vielzahl anderer Fragen interessengerecht geregelt werden.

Oft werden Rechtspositionen durch den Verzicht auf solche Gestaltungsmöglichkeiten verschenkt. Dabei sind gute AGB nicht nur juristisch sinnvoll; gute AGB sind verständlich, übersichtlich und ehrlich. Sie wecken das Vertrauen des Kunden. Dennoch stellen die Gerichte hohe Anforderungen an solche Regeln, so dass die Formulierung einem Profi überlassen werden sollte.

 

Richtiges Verhalten während der Säumnis

Den Zeitraum zwischen Rechnungsstellung kann (und sollte) man bis zum Zahlungseingang durch geschicktes Verhalten richtig nutzen.

Einerseits gilt es natürlich, diese Zeitspanne möglichst kurz zu halten. Doch neben einem richtig gefassten Mahnschreiben ist oftmals ein Telefongespräch durchaus hilfreich. Bei beidem ist abzuwägen, ob dieser Kontakt von Ihnen oder einem Beauftragten gesucht werden soll.

Bevor Forderungen ganz abgeschrieben werden, kann der Schaden oft durch Ratenvereinbarungen klein gehalten werden.

Wenn aber solche Versuche fruchtlos bleiben, ist zu überlegen, ob eine gerichtliche Verfolgung sinnvoll ist. Dies hängt von der finanziellen Situation des Schuldners ab, von der Höhe der Forderung und von der Art der erbrachten Leistung.

Darum ist es gelegentlich ratsam, „nicht gutes Geld noch schlechtem hinterher zu werfen“. Oft ist es sinnvoll, zu beobachten und auf bessere Zeiten zu warten, um dann erneut an seine Forderung zu „erinnern“.

Maas und Kollegen. Forderungsmanagement

Verhinderung der Verjährung

Zu einem professionellen Forderungsmanagement gehört eine effiziente Verjährungsüberwachung. Die regelmäßige Verjährung von Forderungen  beträgt 3 Jahre. Ist die Forderung verjährt, kann sie nicht mehr geltend gemacht werden, wenn der Schuldner sich auf die Verjährung beruft.

Die Verjährung des Anspruchs beginnt mit dem Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist  
(der Lauf der Verjährung z.B. einer Forderung vom 23.05.2011 beginnt mit dem 31.12.2011) .

Der Eintritt der Verjährung kann durch Hemmung und Neubeginn der Verjährung verhindert werden.

Hemmung  
Durch die Hemmung wird der Ablauf der Verjährung angehalten, die Zeit während dieser Phase, wird somit nicht in die Gesamtberechnung einbezogen. Die Verjährung wird gehemmt bei:

  • Verhandlungen über den Anspruch
  •  Laufenden Gerichtsverfahren
  • anderen förmlichen Verfahren  (gerichtliche Mahnverfahren, Schlichtungsstelle, Schiedsgerichtsverfahren, selbstständiges Beweisverfahren, einstweiliger Rechtsschutz etc.).

Neubeginn der Verjährungsfrist: Anders als bei der Hemmung beginnt hier die Frist nicht weiter, sondern neu zu laufen.
Diese Rechtsfolge tritt bei Anerkenntnis und Vollstreckungshandlungen ein.

 

Rechtsfolgen des Verzugs

Durch den Verzug des Schuldners kommt der Gläubiger wenn schon nicht zu seinem Geld, so doch zu einer einigermaßen günstigen Rechtsposition:

Hierzu gehören neben den bereits erwähnten Verzugszinsen z.B. auch die Kosten der Beitreibung durch Dritte (Rechtsanwalt oder Inkassobüro), jedoch höchstens bis zur Höhe der gesetzlichen Gebühren eines Rechtsanwalts (häufig liegen die Kosten der Inkassounternehmen höher und sind dann vom Gläubiger zu ersetzen).

Maas und Kollegen. Forderungsmanagement

Zu beachten ist, dass nach der Rechtsprechung die Kosten eines Inkassounternehmens unter Umständen überhaupt nicht geltend gemacht werden können, wenn im Prozess ein Anwalt eingeschaltet werden musste, da dann die Inanspruchnahme eines Anwalts von Anfang an billiger gewesen wäre (die Kosten für außergerichtliche Tätigkeiten des Anwalts werden nämlich im Fall eines Prozesses zur Hälfte angerechnet). Auch die Erfolgsprovisionen eines Inkassounternehmens sind vom Schuldner nicht zu erstatten.

Wenn noch nicht die vollständige Vertragsleistung erbracht wurde, ist der Gläubiger schließlich auch berechtigt, seine weiteren Leistungen von der Bezahlung der vorangegangenen abhängig zu machen.

 

Titulierung und Zwangsvollstreckung

Leistet der Schuldner nicht freiwillig, ist ein vollstreckungsfähiger Titel zu errichten. Dies kann z.B. in Form eines Vollstreckungsbescheids, Urteils oder Vergleichs erfolgen. Mit Hilfe eines solchen Titels kann die Zwangsvollstreckung in das Vermögen des Schuldners betrieben werden. Hier sieht das Gesetz eine Vielzahl an Möglichkeiten vor, sei es durch die Einschaltung des Gerichtsvollziehers, sei es durch die Pfändung von Forderungen oder die Vollstreckung in das Immobilienvermögen.

 

Schuldner im Ausland 

Sitz der Schuldner im Ausland, erschwert sich die Geltendmachung der Forderung. Befindet sich der Schuldner jedoch in einem Land der EU oder in der Schweiz, ist eine Rechtsverfolgung ohne größere Schwierigkeiten möglich. In diesem Bereich existieren einheitliche europäische Regeln, die eine Durchsetzung und Realisierung der Forderung erleichtern. In vielen Fällen kann ein deutscher Gerichtsstand begründet werden. Hier gibt es erleichterte Regeln zum Abschluss von Gerichtsstandsvereinbarungen.

Maas und Kollegen. Forderungsmanagement

Zudem kann mit Hilfe eines einheitlichen Verfahrens ein Europäischer Zahlungsbefehl in den Ländern der EU von Deutschland aus beantragt werden.

Bereits existierende deutsche Titel können im Bereich der EU und der Schweiz in Deutschland mit einer europäischen Vollstreckungsklausel versehen werden, sodass auch im EU-Ausland ohne zusätzliches Verfahren vollstreckt werden kann.

 

Insolvenz des Schuldners

Ist der Schuldner zahlungsunfähig oder verschuldet, drohen die Insolvenz und der totale Forderungsausfall. Ab dem Eröffnungsverfahren können Zwangsvollstreckungsmaßnahmen nicht mehr durchgesetzt werden. Laufende Prozesse werden ausgesetzt.

Maas und Kollegen. Forderungsmanagement

Der Gläubiger wird in der Regel vom Insolvenzgericht über die Verfahrenseröffnung informiert. Die Forderung ist innerhalb einer gerichtlich gesetzten Frist beim Insolvenzverwalter anzumelden.

Der Insolvenzverwalter prüft sodann die Forderung auf ihre Rechtmäßigkeit. Bejaht er diese, wird sie in der Insolvenztabelle festgestellt und dokumentiert.

Besondere Vorsicht gilt bei Schuldnern, die vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens Teilleistungen erbracht haben. In manchen Fällen kann der Insolvenzverwalter diese Teilleistungen anfechten mit der Folge, dass der Gläubiger die bereits erhaltenen Leistungen an den Insolvenzverwalter wieder zurückzahlen muss. In gewissen Konstellationen können bis zu 10 Jahre alte Leistungen angefochten werden.

Vor einer Anmeldung empfiehlt sich deshalb stets eine professionelle Prüfung ihrer Wirtschaftlichkeit.

 

Unterstützung durch den Rechtsanwalt

Der zeitnahe Eingang von Forderungen ist für jedes Unternehmen lebenswichtig. Hier kann die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit einer für professionelles Forderungsmanagement eingerichteten Rechtsanwaltskanzlei spürbare Verbesserungen bringen.

Leider wird der Anwalt oft erst konsultiert, wenn eine Situation zum Problem, zum „Fall“ geworden ist. Während regelmäßige Vorsorgecheck beim Arzt selbstverständlich sind, scheut man sich, „nur so“ mit dem Anwalt zu sprechen. Dabei kann mit regelmäßiger Beratung eine rechtlich optimale Position erreicht werden.

Qualifizierte Beratung bei Vertragsgestaltung und –abwicklung hilft, viel Konfliktpotential von Anfang an zu umgehen. Die keineswegs unerschwingliche Beratung spart Zeit, Geld und Ärger. Auch kann ein Anwalt, der „seine“ Mandanten, ihr Geschäft und die Hintergründe ihrer Probleme kennt, regelmäßig effizienter beraten als einer, der auf Informationen angewiesen ist, die man ihm erst im Ernstfall nachträglich liefert.

Im Bereich Forderungsmanagement bieten wir z.B. folgende Dienste an:

  • Rechtliche Beratung bei der Gestaltung der Mustervorlagen für die Buchhaltung (Verträge, AGB, Lieferscheine, Rechnungen, Mahnschreiben etc.);
  • Kaufmännische u. verkaufsstrategische Beratung
  • Effiziente und zeitnahe Durchführung gerichtlicher wie außergerichtlicher Mahnverfahren, insbesondere in enger Zusammenarbeit mit der Buchhaltung bzgl. schriftlicher und/oder persönlicher Kontakte zu den Schuldnern.
  • Rechtliche Beratung für die Optimierung der Forderungssicherung (Voraussetzung der erfolgreichen Durchsetzung vor Gericht bzgl. Beweislage, Fristen etc.)
  • Durchführung von Forderungsprozessen
  • Abwehr unberechtigter Forderungen
  • Einleitung der Zwangsvollstreckung
  • Langzeitbeobachtung offener Forderungen

 

Rechtsanwälte Maas & Kollegen

Unsere Kanzlei ist auf die Beratung von kleinen und mittelständischen Unternehmen ausgerichtet und bietet mit der Kombination von persönlichem Vertrauensanwalt und engagierten Spezialisten ein umfassendes Dienstleistungsangebot, über das wir Sie gerne unverbindlich informieren.

Häufig zögern Unternehmer, einen Rechtsanwalt mit der Forderungsbeitreibung zu beauftragen, weil sie fürchten, dessen Gebühren notfalls zusätzlich zu ihrem Forderungsausfall tragen zu müssen. Wir verstehen diese Bedenken und haben reagiert:

Um „unsere“ Unternehmen nicht bei Forderungsausfällen zusätzlich zu belasten, lässt sich unsere Kanzlei im Falle von vorläufig uneintreibbaren Forderungen häufig auch den Anspruch auf Verzugsschaden (Rechtsanwaltsgebühren) abtreten, treibt diese Beträge in Eigenregie beim Schuldner ein, statt unsere Honorare vom eigenen Mandanten zu fordern. Auf diese Weise müssen unsere Mandanten das im Raum stehende Insolvenzrisiko nicht alleine tragen, sondern wissen ihren Rechtsanwalt im Rücken, der ihnen nicht nur mit Rat, sondern auch mit Tat zur Seite steht.

Da uns sehr an einem engen und vertrauensvollen Umgang mit unseren oft langjährigen Mandanten gelegen ist, arbeiten wir natürlich gerne auch im Rahmen von Honorarvereinbarungen und Pauschalen zusammen.

Wir stehen natürlich gerne unverbindlich für weitere Fragen aus diesem oder auch einem anderen Rechtsgebiet in einem persönlichen Gespräch zur Verfügung.

 

 

Rechtsanwälte  Maas & Kollegen